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Interview: Leben im Taubertal als Inspirationsquelle für Kurzgeschichten

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Interview: Leben im Taubertal als Inspirationsquelle für Kurzgeschichten

VERLAG RENATE BRANDES IN ALTENRIET
Veröffentlicht von Renate Brandes in Interview · 8 Mai 2023
Tags: InterviewNeuerscheinungMartinBartholmeKurzgeschichten

Zwischen Hoffnung und MelancholieInterview mit Martin Bartholme

Leben im Taubertal als Inspirationsquelle für Kurzgeschichten

           
Der Tauberbischofsheimer Autor Martin Bartholme spricht im Interview über sein neues Buch und welche Rolle seine Heimat in dem Kurzgeschichtenband spielt.

Frage: Ihr zweites Buch "Zwischen Hoffnung und Melancholie" ist ein Kurzgeschichtenband. Was hat Sie dazu bewogen, diese literarische Form zu wählen – was lässt sich damit ausdrücken?
Martin Bartholme: Bei dem Schreiben von Kurzgeschichten versuche ich verschiedene Gefühle oder Situationen in wenigen Worten festzuhalten. Es gibt keinen langen Handlungsablauf, keinen "Füllraum". Das gefällt mir. Zudem bietet es mir die Möglichkeit, mich mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Thematiken zu befassen.

Gibt es ein Thema, das die Geschichten miteinander verbindet?
Bartholme: Nein, die Geschichten sind komplett unabhängig voneinander. Der Buchtitel spiegelt sich aber aus meiner Sicht in allen Storys wider. Alle sind von einem melancholischen Grundton geprägt, dabei aber immer auch hoffnungsvoll und Trost spendend.

Haben die einzelnen Geschichten autobiographische Züge?
Bartholme: Einige der Storys sind komplett autobiographisch, andere sind autobiographisch angehaucht. Viele haben aber auch überhaupt nichts mit mir zu tun. So gibt es fiktive Geschichten oder auch Erzählungen, die auf wahren Begebenheiten beruhen. Also eine totale, hoffentlich spannende, Mixtur.

Sie wohnen mit Ihrer Familie in Tauberbischofsheim und die Stadt und auch die Region kommen in Ihrem Buch vor – in welcher Weise?
Bartholme: Viele der Storys in meinen zwei Büchern spielen im Taubertal. So geht es beispielsweise in meinem ersten Buch – "Von Leidenschaften und Verlusten", 2020 – in "Provinsmonarchen" um das Aufwachsen und Verlassen meines Heimatstädtchens, es gibt eine Hommage an die letzte Videothek, die es hier vor Ort gegeben hat und mit "Schokolade zum Frühstück" eine Geschichte, welche sich mit dem Schicksal der letzten 22 jüdischen Mitbürger Tauberbischofsheims, kurz vor der Deportation, auseinandersetzt. In meinem neuen Buch beschreibe ich das Leben eines Papageien, der Anfang der Nullerjahre ein halbes Jahr über unsere Dächer geflogen ist und in "Rico Schmidt" macht ein frustrierter Schlagersänger Halt in der Kreisstadt. Eine Gegend, in der man einen Großteil seines Lebens verbracht hat, eignet sich aus meiner Sicht natürlich am Besten als Inspirationsquelle. Auch in unserer Region gibt es viele interessante Geschichten, die erzählt werden möchten, seien es persönliche oder reale Geschehnisse. Das finde ich spannend!

Gibt es im Taubertal Netzwerke oder Veranstaltungen, in die Sie eingebunden sind und die Ihnen für Ihre schriftstellerische Tätigkeit weiterhelfen?
Bartholme: Mit einigen Autoren stehe ich in einem losen Kontakt. Zum Beispiel mit Regina Rothengast, die ihre Bücher auch im Brandes Verlag veröffentlicht hat.

Wird es Lesungen geben?
Bartholme: Vor kurzem habe ich die Geschichte "Ein roter Fleck im weißen Schnee" bei der Eröffnung des hiesigen Bücherschrankes gelesen, für den 9. Mai bin ich vom Schulzentrum am Wörth zu der Veranstaltungsreihe "Weltfairbesserer" eingeladen worden, im Juni lese ich auf zwei privaten Veranstaltungen und für den kommenden Herbst/Winter sind wir gerade am Planen.

BILD: KIRSTEN BARTHOLME

Herzlichen Dank an Linda Hener von der Main Post für dieses Interview!




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